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Untersuchung

 

Aufklärungsgespräch

 

Sollten trotz des umfassenden Einladungsschreibens, sowie der beigelegten Broschüre noch Fragen offen bleiben, haben Sie die Möglichkeit, vor Ihrer Untersuchung ein Aufklärungsgespräch mit einer am Screening teilnehmenden Ärztin oder einem am Screening teilnehmenden Arzt zu vereinbaren. Bitte vereinbaren Sie hierzu einen Termin für ein Aufklärungsgespräch.

Die Screening-Einheit

Für das Mammographie-Screening sind spezielle Zentren, die Screening-Einheiten, eingerichtet worden. Sie sind auf das Mammographie-Screening spezialisiert und unterliegen strengen Qualitätsvorgaben. Zu einer Screening-Einheit gehören ein oder mehrere Untersuchungs-Standorte, in denen die Aufnahmen gemacht werden.

In weitläufigen Screening-Gebieten findet die Untersuchung ggf. auch in einem speziell dafür eingerichteten Fahrzeug, einem Mammobil, statt. Das ist eine „mobile Praxis“, welche dieselben Anforderungen wie eine stationäre Praxis erfüllt.

Screening-Einheiten werden ausschließlich von speziell fortgebildeten und erfahrenen Ärztinnen und Ärzten geleitet, die für das Screening eine Zulassung erhalten haben. Auch die Röntgenfachkräfte sind eigens für das Screening geschult worden. Die zahlreichen Anforderungen sind notwendig, damit ein hoher Qualitätsstandard im Programm erreicht werden kann.

Am Tag Ihrer Untersuchung werden in der Praxis ausschließlich Screening-Mammographien erstellt.

 

Die Vorbereitung zur Untersuchung

Sie sollten am Tag der Untersuchung Kleidung tragen, die Sie leicht ablegen können, da Sie sich bis zur Taille für die Untersuchung ausziehen müssen. Bitte benutzen Sie weder Deodorant noch Creme im Brust- und Achselbereich, da dadurch die Qualität der Röntgenbilder beeinträchtigt werden könnte.

Bitte bringen Sie zum Untersuchungstermin Ihre Versichertenkarte mit. Eine Überweisung ist nicht notwendig. Die Untersuchung ist für gesetzlich Versicherte kostenlos, für privat Versicherte können individuelle Regelungen gelten.

Der Anamnesebogen

Wenn Sie sich am Empfang der Screening-Einheit gemeldet haben, werden Sie gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. Um Ihnen die Möglichkeit zu geben, den Fragebogen in Ruhe ausfüllen zu können, wird dieser auch bereits Ihrer Einladung beigelegt. Zusätzlich können Sie ihn auch hier herunterladen. Sollten Sie ihn Zuhause ausgefüllt haben, bringen Sie ihn bitte zur Untersuchung mit. Der Bogen dient unter anderem dazu, Ihre persönlichen Daten zu erfassen und mögliche Vorerkrankungen zu erfragen. Grundsätzlich unterliegen Ihre Angaben und Untersuchungsergebnisse der ärztlichen Schweigepflicht.

Das Anamnesegespräch

Anschließend nimmt Sie eine Radiologische Fachkraft in Empfang. Ihre Aufgabe ist es, die Mammographieaufnahme bei Ihnen durchzuführen. Dafür ist sie speziell ausgebildet worden.

Die Röntgenfachkraft befragt Sie vor der Untersuchung nach Beschwerden und Erkrankungen der Brust und bespricht mit Ihnen den Fragebogen. Gerne beantwortet sie auch Ihre Fragen zur Untersuchung und zum Screening-Programm. Sowohl für ein Informationsgespräch als auch für die Untersuchung ist deshalb keine Ärztin oder kein Arzt nötig.

Die Untersuchung

Die Mammographieaufnahme wird von der Radiologischen Fachkraft durchgeführt. Sie macht von Ihren Brüsten je zwei Aufnahmen in unterschiedlichen Positionen. Einmal wird die Brust von oben nach unten durchleuchtet. Der medizinische Fachausdruck für diese Einstellung lautet „cranio-caudal“. Und einmal schräg von der Mitte her zur Seite. Diese Einstelltechnik wird mit dem Fachausdruck „medio-lateral-oblique“ bezeichnet. Um das Gewebe gut darstellen zu können, wird die Brust kurz zusammengedrückt. Dieses Zusammendrücken kann unangenehm, manchmal auch schmerzhaft sein. Der Druck ist aber notwendig, um mit möglichst geringer Strahlendosis aussagekräftige Aufnahmen erstellen zu können.

Die Befundung

Bei der Auswertung der Mammographie-Aufnahmen wird im Screening-Programm ein hoher Sicherheitsstandard verlangt. Zwei Fachärztinnen oder Fachärzte analysieren unabhängig voneinander die Aufnahmen Ihrer Brust Millimeter für Millimeter. Sie sollen dabei möglichst keine Veränderung übersehen, aber auch keinen harmlosen Schatten als verdächtigen Befund werten.

Alle Ärzte und Ärztinnen, die Bilder im Screening-Programm befunden, müssen unter anderem Jahr für Jahr Aufnahmen von mindestens 5.000 Frauen beurteilen. Die Zuverlässigkeit der Befunde wird dadurch erhöht.

 

Die Konferenz

Hat eine Ärztin oder ein Arzt auf den Röntgenaufnahmen eine Auffälligkeit entdeckt, so werden die Bilder gemeinsam mit der Leiterin oder dem Leiter der Screening-Einheit erneut besprochen. Das geschieht in einer wöchentlich stattfindenden Konferenz. Die regelmäßigen Konferenzen sind sehr wichtig, denn sie steigern die Qualität und die Sicherheit der Befunde und des gesamten Programms.

Das Ergebnis

Der hohe Sicherheitsstandard bei der Auswertung der Bilder braucht ausreichend Zeit. Daher erhalten Sie das Untersuchungsergebnis nicht am gleichen Tag, sondern in der Regel innerhalb von einer Woche per Brief. Da allen Verantwortlichen bewusst ist, dass die Zeit des Wartens auf das Ergebnis für Sie belastend sein kann, wird keine Zeit vergeudet. Die Programmrichtlinie schreibt deshalb vor, dass der Brief mit dem Ergebnis Ihnen innerhalb von sieben Werktagen nach der Untersuchung vorliegen soll. Manchmal kann es aber zu unvorhergesehenen Verzögerungen kommen. Fragen Sie daher aktiv in der Screening-Einheit nach Ihrem Befund, sollte dieser nach etwa zwei Wochen noch nicht bei Ihnen eingegangen sein.

Der Befund ist unauffällig

Bei etwa 95 Prozent aller Frauen zeigt die Mammographie keinen Hinweis auf Brustkrebs. Diesen Frauen wird schriftlich mitgeteilt, dass sie in zwei Jahren wieder unaufgefordert zum Mammographie-Screening eingeladen werden. Auf gutartige Veränderungen, die nur äußerst selten ein Risiko darstellen, wird in der Mitteilung nicht hingewiesen.

Bitte denken Sie daran: Trotz aller Sorgfalt kann ein Tumor übersehen worden sein. Oder ein Tumor wächst erst in den zwei Jahren bis zur nächsten Untersuchung heran. Sie sollten sich deshalb direkt an eine Ärztin oder einen Arzt wenden, wenn Ihnen in der Zeit bis zur nächsten Mammographie Veränderungen an Ihrer Brust auffallen, wie etwa: tastbare Knoten, Dellen oder Verhärtungen der Haut, sichtbare Verformungen, Hautveränderungen oder Einziehungen der Brustwarze, Blutungen oder andere Absonderungen aus der Brustwarze.

Der Befund ist auffällig

Die Mammographie-Untersuchung soll möglichst keine Veränderungen übersehen, auch wenn sie noch so klein sind. Deshalb wird jedem ausreichenden Verdacht nachgegangen. Zeigen Ihre Röntgenbilder Veränderungen, die abgeklärt werden sollten, werden Sie zu einer Abklärungsuntersuchung eingeladen. In den meisten Fällen bestätigt sich der Verdacht auf Brustkrebs nicht. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass fünf von sechs Frauen, die zu einer weiteren Untersuchung eingeladen werden, keinen Brustkrebs haben.

Die Abklärungsuntersuchung

Bevor Sie untersucht werden, bespricht die leitende Ärztin bzw. der leitende Arzt der Screening-Einheit mit Ihnen die Mammographie-Aufnahmen und das weitere Vorgehen. Zu der Untersuchung können Sie eine Person Ihres Vertrauens mitbringen. Je nach Art der Gewebeveränderung in der Brust können unterschiedliche Untersuchungen notwendig sein:

Bei einigen Veränderungen sind zusätzliche Röntgenaufnahmen der Brust erforderlich – zum Beispiel eine Vergrößerungsaufnahme. Damit lassen sich bestimmte auffällige Gewebebezirke genauer darstellen.

Auch die Ultraschalluntersuchung, in der Fachsprache Sonographie genannt, kann bei Auffälligkeiten, die in der Mammographie entdeckt worden sind, wertvolle Zusatzinformationen bieten.

Nach Abschluss der Untersuchungen bespricht die Ärztin oder der Arzt das Ergebnis mit Ihnen. Bei den meisten Frauen kann zu diesem Zeitpunkt Brustkrebs ausgeschlossen werden. Selbstverständlich können Sie zusätzlich auch Ihre Frauen- oder Hausärztin oder Ihren Frauen- oder Hausarzt mit in die Beratung einbeziehen.

Die Gewebeentnahme

Wenn auch die zweite Mammographie und weitere Untersuchungen den Verdacht auf Brustkrebs nicht ausräumen können, muss eine Ärztin oder ein Arzt das Brustgewebe direkt unter die Lupe nehmen – im wahrsten Sinne des Wortes. Dafür muss ambulant und unter örtlicher Betäubung eine Gewebeprobe aus der Brust entnommen werden. Ähnlich wie bei einer Blutentnahme wird dabei eine dünne Hohlnadel durch die Haut zu der auffälligen Stelle in der Brust gelegt. Durch diese Nadel werden dann mehrere winzige Gewebezylinder entnommen. Diese sogenannte Stanzbiopsie ist ein kleiner und in den allermeisten Fällen komplikationsloser Eingriff. Das entnommene Gewebematerial wird anschließend von einer speziell geschulten Pathologin oder einem Pathologen unter dem Mikroskop begutachtet. Aufwändiger und belastender als die Stanzbiopsie ist eine offene, operative Biopsie, bei der der gesamte verdächtige Bezirk entnommen wird. Heute wird diese Methode nur angewendet, wenn mehr Informationen nötig sind als die Stanzbiopsie liefern kann.

Das Ergebnis der Abklärungsuntersuchung

Das abschließende Ergebnis, Ihren Befund, erhalten Sie in der Regel innerhalb von zwei Wochen nach der Einladung zur ersten Abklärungsuntersuchung.
Wenn sich der Verdacht auf Brustkrebs erhärtet, werden Sie in einer qualifizierten Klinik nach den besten derzeit verfügbaren Standards weiter behandelt und betreut. Ihre Frauen- oder Hausärztin beziehungsweise Ihr Arzt können selbstverständlich eingebunden werden. Wenn der Brustkrebs früh entdeckt wird, stehen Ihre Chancen gut, dass er dauerhaft entfernt und Ihre Brust erhalten werden kann.